Die Schwestern zu Besuch im Mutterhaus der Missionsbenediktinerinnen in Tutzing (D)

Uwemba zu Besuch in Küsnacht Geschrieben am

Die Pfarrei Küsnacht hatte im Juni Besuch von drei Schwestern aus Uwemba. Diakon Matthias Westermann gibt einen Einblick in die Begegnungen dieser Tage.

Kein Urlaub, sondern ein anspruchsvolles Programm für die Schwestern

Wiedersehensfreude
Wiedersehensfreude

Klein und zerbrechlich, so ist der erste Eindruck von den drei Missionsbenediktinerinnen aus Tansania. Doch dieser Eindruck verschwindet sofort, wenn die Schwestern von ihrer Arbeit erzählen. Dann leuchten ihre Augen, und ihre Stimmen sind klar und bestimmt.

Sr. Ruth, Sr. Agape und Sr. Gloria haben eine Mission. Das spürten all jene, die mit ihnen in Kontakt traten oder sie auf einer Veranstaltung erlebten. Und dass diese Mission Teil ihrer inneren Haltung und somit ein starkes Glaubenszeugnis ist, wurde dabei immer wieder ganz offensichtlich. Die drei Ordensfrauen vertreten mit afrikanischer Herzlichkeit ihre Sache und gehen ohne Berührungsängste auf die Menschen zu. Dies bestimmte den Charakter und beinahe jede Minute dieses Besuches.

Sich davon selber zu überzeugen, dazu gab es in der letzten Juniwoche reichlich Gelegenheit. Denn die drei Schwestern weilten auf Einladung der Pfarreiverantwortlichen zu Besuch in der Pfarrei Küsnacht. Urlaub war das für die drei Schwestern allerdings nicht. Denn Pfarradministrator Karl Wolf hat ein engmaschiges Besuchsprogramm erarbeitet. Unterstützt wurde er dabei vom Kreis jener Engagierten, die in den vergangenen Jahren die Missionsstation Uwemba immer wieder besuchten, sich um die Kindergärten, die Waisenhäuser und um die DREAM-Station kümmerten.

Verschiedene Stationen von Küsnacht bis Lausanne

Im Gespräch mit P. Benedikt
Im Gespräch mit P. Benedikt

Die Schwestern waren in den pfarreilichen Gottesdiensten präsent. Sie besuchten den Seniorennachmittag der Pfarrei. Sie gehen auch zu jenen Frauen, die mit ihren Stricksachen als erste einen Beitrag für die Kinder in der Missionsstation Uwemba geleistet haben. Später lernten sie die AIDS-Präventionsarbeit der Stadt Zürich und die Gassenarbeit der Schwestern der Mutter Theresa kennen. Mit den Verantwortlichen besuchten sie das Zentrum von San Egido in Lausanne. Dies ist die katholische Laienorganisation, die sich an vorderster Front für eine menschenwürdige Zukunft von HIV-Infizierten auf dem afrikanischen Kontinent einsetzt. Geduldig beantworteten sie dabei alle Fragen, die ihnen gestellt wurden.

Auch die lokalen Medien sind aufmerksam geworden. Denn Menschen, die sich mit ihrer ganzen Existenz für eine gute Sache einsetzen, machen neugierig. Pfarradministrator Karl Wolf fragte die Schwestern in der Sonntagsmesse vor versammelter Gemeinde, ob sie sich nicht auch ein normales Leben mit eine Familie hätte vorstellen können. Darauf antwortete Sr. Ruth, die Priorin der Gemeinschaft, dass ihre Familie nun ihre Mitschwestern seien. Es mache sie als Missionsbenediktinerin glücklich, Gott zu suchen und den Menschen zu dienen. Ausserdem fügte sie schmunzelnd hinzu, sie sei ja verheiratet, und zwar mit Jesus Christus. Alle, die zuhörten, spürten in diesem Moment ein wenig von jener Kraft, aus der diese Frauen leben.

Es ist nicht schwer sich vorzustellen, wie sehr sie diese Kraft brauchen für eine Arbeit, in der sie schon so viel Leid mit ansehen mussten und manchmal keine Hilfe mehr bringen konnten. Und so sollte dieser Besuch natürlich auch, so Pfarrer Karl Wolf, den Charakter des Dankes tragen für ein kräftezehrendes Engagement.

Ein Abschied mit Tränen

Mit Br. Wendelin und Br. Arthur im Klostergarten der Abtei Uznach
Mit Br. Wendelin und Br. Arthur im Klostergarten der Abtei Uznach

In diesen Tagen gab es auch, gänzlich unerwartete, starke emotionale Momente, die alle Beteiligten sehr berührten. Am deutlichsten spürbar war dies beim Besuch im Mutterhaus der Kongregation im deutschen Tutzing bei München. Welch eine Wiedersehensfreude bei den betagten Ordensfrauen dort, als sie die Gäste aus Uwemba in die Arme schliessen konnten. Fast alle waren selbst in Afrika gewesen, manche gar viele Jahrzehnte bis sie im Alter ins Mutterhaus zurückgerufen wurden. Ihre Arbeit übergaben sie den einheimischen Mitschwestern. Natürlich nicht ohne die bange Sorge, ob wohl all das von ihnen Aufgebaute gut weitergeführt würde.

Das gleiche Bild dann beim Besuch der Abtei der Missionsbenediktiner in Uznach. Viele der Brüder dort lebten ebenfalls in den Klöstern Peramiho und Uwemba. Und das Engagement in Afrika ist bei heute ihre Herzenssache. Auch hier kam es zu rührenden Begegnungen zwischen den alten Brüdern und den Schwestern. Erinnerungen wurden ausgetauscht. Es wurde miteinander gebetet und zu Abend gegessen. Der Abt persönlich bediente die Gäste und die Atmosphäre war herzlich und familiär. Auch dem Klosterfriedhof wurde ein Besuch abgestattet, denn mit jedem Namen dort verbindet sich sofort eine Geschichte.

Beim Abschied gab es Tränen. Inzwischen sind die Schwestern gut nach Tansania zurückgekehrt. Alle Beteiligten dieses Besuches sind sich sicher, dass diese Tage nicht nur in den Herzen der Schwestern lange präsent bleiben werden.

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