Wochenimpuls zur Osterzeit

von Diakon Matthias Westermann

Am Nullpunkt menschlicher Existenz, dort, wo wir mit unseren Fähigkeiten buchstäblich am Ende sind, da beginnt Gott. Der Stein kommt ins Rollen – damals wie heute. Die Mauern stürzen ein. Die Todesfalle wird aufgebrochen – durch Jesus Christus. „Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier“ (Mk 16, 6). Vom Ort des Todes ergeht die Kunde vom neuen Leben. Christus lebt. Über dem Tod und der Nacht des Karfreitags geht die Ostersonne auf. In ihrem Licht sehen wir alles neu, leuchtet uns die große Verheißung des Evangeliums. Wir sind erlöst. Der Tod ist nicht das Letzte, nicht das Ende. Er ist Durchgang. Unser Leben hat einen Sinn. Wir haben ein Ziel, das über diese Welt hinausreicht und alles Dunkel aufbricht – zu Gott hin. Die leuchtende Osterkerze, mit der wir in der Osternacht in unsere Kirche eingezogen sind, spricht eine deutliche Sprache: Sie verzehrt sich von Anfang an in ihrem Leuchten. Wir können das Bild der Kerze auch auf unser Leben übertragen. Wer nur um sich selbst kreist, leuchtet nicht. Ein Licht, das aus der Tiefe genährt wird, leuchtet anderen. Lumen Christi – Licht Christi –  wir tragen es in uns. Das Licht von innen strahlt aus. Andere werden es merken: „Mensch, da geht mir ein Licht auf.“ Das leuchtet ein. Ein Lichtblick! Das ist jede und jeder, der in seinem Leben, in seinem Reden und Handeln von Ostern Zeugnis gibt. Ein österlicher Lichtblick, den unsere Gesellschaft so notwendig braucht. Wer wollte dem widersprechen, in „dieser Nacht, die leuchtet wie der Tag, die Himmel und Erde verbindet.“ (aus dem Osterlob)