Ein österliches Wort im zweiten Krisenjahr – und ein Grund zur Freude Geschrieben am

Wer hätte im Januar 2020 gedacht, dass wir nun schon das zweite Osterfest unter den Bedingungen der Coronapandemie feiern müssen. Wir sind alle erschöpft, zermürbt von all den Auflagen, die es da gibt. Wir zweifeln oder verzweifeln manchmal an den Massnahmen. Und kommen uns zuweilen wie Bergwanderer, die das Ziel vor Augen haben, aber hinter der nächsten Kurve und nach dem Durchqueren einer Schlucht erkennen müssen, dass das ersehnte Nachtquartier noch in weiter Ferne liegt.

Durch Corona haben wir neue Möglichkeiten kennengelernt

Das Osterfeuer im Coronajahr

Aber alles Klagen und Schimpfen hilft nicht. Und es hilft auch nicht, über ein gewisses Mass hinaus jene zu kritisieren, die in diesen schwierigen Zeiten Entscheidungen treffen müssen. All diese Massnahmen akzeptieren wir. Dies in der festen Hoffnung, dass irgendwann einmal alles auch vorbei sein wird. Dass es wieder gut sein wird und dass all die Wunden, die das ganze Geschehen in unserer Gesellschaft geschlagen hat, dann auch wieder heilen werden. Es ist auch eine christliche Grundhaltung, geduldig durchzuhalten und die Hoffnung nicht zu verlieren. Die Hoffnung, dass es auch wieder gut wird, steht uns Christen gut an. Deswegen feiern wir voll Freude heute das Osterfest. Im letzten Jahr sassen wir Seelsorgenden noch ganz alleine in unserer grossen Kirche. Und es war schrecklich. In diesen Tagen dürfen wir immerhin mit 50 Personen feiern. Auch die Möglichkeit über das Internet wird von vielen geschätzt.

Die Freude begleitet uns auch in schwierigen Zeiten

Die Freude begleitet uns dennoch weiter

Und noch zum Stichwort „Freude„. Mitten in Küsnacht bin ich dieser Tage gefragt worden, ob ich Freude hätte am neuen Bischof. Ja, nicht nur ich, sondern alle, die guten Willens sind und unserem Bistum eine gute Zukunft wünschen, haben Freude. Pfarrer Karl Wolf und ich arbeiteten in den letzten Jahren in den verschiedensten Aufgaben unseres Bistums immer wieder mit Joseph Bonnemain zusammen. Wir haben dabei erlebt, dass er alle Qualitäten mitbringt, die ein guter Bischof haben muss. Ich bin überzeugt, er wird Brückenbauer sein. Aber Kardinal Kurt Koch hat natürlich recht mit seiner Anmerkung in der Predigt am Weihetag: „Es nützt nichts, ein Brückenbauer zu haben, der eine Brücke baut, wenn niemand dann darüber geht.“ Und der neue Bischof hat es am Ende des Weihgottesdienstes eindringlich so formuliert: „Es muss ein Ende haben mit all den Respektlosigkeiten und den Aggressionen in unserem Bistum. Sonst wird das nichts.“

Wenn das Volk Gottes nicht vertrauensvoll mit seinem Hirten geht, dann können wir auch kein Glaubenszeugnis ablegen. Strukturdebatten und die Diskussion, wer nun die Macht hat in der Kirche, mögen vielleicht wichtig sein. Aber sie sind noch lange kein Glaubenszeugnis. Und all die verantwortlichen Personen, ob das jetzt ein Bischof ist, auch ein Pfarrer, ein Pfarradministrator, ein Pfarreibeauftragter, können nicht gut handeln, wenn das Volk Gottes eben nicht mitgeht. Wenn es nur Kritiksucht gibt und keine Loyalität. Diese Loyalität braucht unser Bistum und darauf wirken wir hin in unserer Pfarrei. Ja, wir freuen uns, gerade an diesem Osterfest, auf das Wirken des neuen Bischofs!

Diakon Matthias Westermann

Eine Antwort zu “Ein österliches Wort im zweiten Krisenjahr – und ein Grund zur Freude

  1. Grosse Dankbarkeit erfüllt mich gegenüber allen unbeirrbaren katholischen Mitchristen. Sie haben die jahrelang anhaltende Krise in unserem Bistum ertragen , ohne „das Kind mit dem Bad auszukippen“. Diese Standfestigkeit meiner Mitbrüder und Mitschwestern tut mir wohl,gibt zusätzlich Halt und Zuversicht.

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