Heilige Drei Könige

Warum Diakon Westermann ein Fan der „Heiligen Drei Könige“ ist Geschrieben am

Seit Kindertagen kann sich Diakon Matthias Westermann für die „Heiligen Drei Könige“ begeistern. Auch bekannt als die „Weisen aus dem Morgenland“, die Sterndeuter, die Magier. Heute, als Erwachsener, weiss er, dass biblisches Zeugnis und die Legendenbildung des Mittelalters nicht immer ganz leicht zu trennen sind. Gebildete Männer aus einem fernen Land, die dem neugeborenen Heiland mit ihren Gaben huldigen. Das ist der Wahrheitskern ihrer Geschichte. Doch für ihn ist dieser Tag nicht nur ein kirchlicher Feiertag…

Matthias Westermann berichtet

Als Kind war das Besondere, dass dieser Festtag gleichzeitig mein Geburtstag und der Geburtstag meines Zwillingsbruders war. Und bis heute natürlich ist. In meiner Heimat ist dieser Tag bis heute ein Feiertag und damit galt die sonntägliche Gottesdienstordnung. Mit Stolz vernahmen wir und unsere Eltern, wenn der Pfarrer am Ende des Hochamtes verkündigte, dass zwei seiner Ministranten heute einen besonderen Festtag haben, sozusagen zwei heilige Könige.

Damit waren die Feierlichkeiten für uns Geburtstagskinder noch nicht zu Ende. Zuhause wartete der Festtagsbraten und eine festlich gedeckte Tafel. Ausserdem Besuch der heissgeliebten Grosseltern, des Patenonkels und der Patentante, die wir Kinder alle miteinander verehrten. Vor allem der Patenonkel bot beste Unterhaltung, war witzig und schlagfertig, und trank gerne das eine oder andere Gläschen. Auch seine Geschenke waren einmalig. Eine selbstgebaute Ritterburg oder ein Hasenstall mit elektrischer Beleuchtung. Zum Kaffee kam dann unser Pfarrer vorbei, der sich mit besagtem Patenonkel, ein kritischer Geist, immer ein klein wenig anlegte.

Die Weisen und ihre Bedeutung

Dreikönigenschrein Kölner Dom
Goldenen Schrein der Heiligen Drei Könige

Vor allem diese Kindheitserinnerungen kommen mir in den Sinn, wenn ich mich in Köln vor dem prächtigen goldenen Schrein der Heiligen Drei Könige aufhalte. Dort im Dom werden ihre Gebeine seit 1164 aufbewahrt. Im Schatten dieses Domes lebe ich seit einiger Zeit jeweils für eine Woche im Jahr bei den „Brüdern und Schwestern der Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem“. Unvorstellbar für mich, in dieser Zeit nicht den Reliquien einen Besuch zu widmen und dort kurz zu beten.

Für mich sind diese drei Gestalten mit ihrer Botschaft auch heute noch eindrücklich und wertvoll. Die Weisen folgen dem Stern, weil sie aufmerksam und wachsam sind. Sie halten Ausschau, wagen den Aufbruch, blicken nicht zurück und fragen auch nicht nach dem, was sie zurücklassen. Sie lassen sich führen, auch wenn sie plötzlich im Dunkeln stehen und den Umweg über Jerusalem und Herodes machen müssen. Denn die Suche der Weisen stösst frontal mit der Macht- und Mordgier des Königs Herodes zusammen.

Der Konflikt der Könige

Der König der weltlichen Macht hat Angst vor dem König der Liebe und des Herzens. Doch die Weisen lassen sich nicht beirren, sie folgen dem Stern, der ihnen den Weg zeigt. Sie gehen zu dem, der zu ihnen gekommen ist. Vom berühmten Theologen Karl Rahner stammt das wunderbare Wort: „Denn ihr Herz ist zu Gott gepilgert, als ihre Füsse nach Bethlehem liefen“.

Die Weisen laden uns ein und machen uns Mut, dem Stern der Verheissung Gottes zu folgen im Vertrauen auf Gottes Zusage und Führung. Sie haben unter guter Führung das Kind in der Krippe, den Friedenskönig gefunden. Sie kamen mit Gaben und gingen als Beschenkte. Sie sind nicht nur Zeugen für uns, sondern sie werden zu Boten für die Völker der Welt. Es gilt das weiter zu tragen und weiter zu geben, was sie erfahren haben, und weiter zu schenken, was ihnen gegeben wurde.

Deswegen bin ich ein Fan der Heiligen Drei Könige!

Diakon Matthias Westermann

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