Sakristan Mato Stipic im Gespräch Geschrieben am

Seit über 20 Jahren ist Mato Stipic Sakristan und Hauswart in unserer Pfarrei. Sein Hauptwirkungsort ist das Kirchenzentrum St. Agnes in Erlenbach, wo Mato Stipic mit seiner Familie auch wohnt. Zudem betreut er die Kapelle in Itschnach und hilft immer wieder in Küsnacht aus. Viele sehen ihn vor und nach Gottesdiensten – doch vieles geschieht im Hintergrund.
Deshalb möchten wir Mato Stipic etwas näher vorstellen.

Mato Stipic, Sakristan und Hauswart

Was macht eigentlich ein Sakristan – und zugleich Hauswart?

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Als Hauswart bin ich für die Pflege des Gebäudes und des Geländes in Erlenbach verantwortlich: Rasen mähen, für Sauberkeit sorgen, die Räume unterhalten – Kirche, Saal, Küche, Unterrichtszimmer, Sakristei. Täglich wird kontrolliert, gelüftet, gereinigt und vorbereitet.
Als Sakristan bereite ich die Gottesdienste vor, kümmere mich um alles rund um die Messe und begleite besondere Feiern wie Abdankungen, Kreuzwege, eucharistische Anbetungen oder Bibelabende. Auch Veranstaltungen im Kirchenzentrum gehören dazu: Stühle stellen, Apéros vorbereiten, Räume herrichten – vom „Untizmittag“ der Kinder bis zum Meditations – oder Jassnachmittag.
Ein Hauswart in der Kirche ist eben etwas anderes als irgendwo sonst – hier geht es nicht nur um Räume, sondern um einen Ort des Glaubens.

Wie sieht eine typische Arbeitswoche aus?

Die neuen Küchengeräte
Hauswart Mato Stipic inspiziert die Küchengeräte

Mein Tag beginnt früh: kontrollieren, lüften, die Kirche öffnen, nach der Tagesagenda schauen. Viele Veranstaltungen finden am Abend statt, deshalb wird es oft spät – manchmal bis halb zehn oder zehn Uhr. Am Wochenende stehen die Gottesdienste im Mittelpunkt, unter der Woche kommen z.b die Unterrichtskinder über Mittag in den Saal.
Es ist ein abwechslungsreicher Dienst – und Flexibilität ist wichtig, besonders wenn man Kolleginnen oder Kollegen vertritt.

Wie bist Du zu dieser Aufgabe gekommen?

Ich bin schon lange intensiv mit der Kirche verbunden. In Sarajevo habe ich acht Semester Theologie studiert und mich viel mit der Bibel beschäftigt. Durch einen Bekannten – er arbeitete im kroatischen Konsulat in Zürich – lernte ich Ljuban Dedic kennen, der Sakristan in Küsnacht. Beim Skifahren kamen wir ins Gespräch über unsere Arbeit, und ich sagte: Wenn sich einmal eine Möglichkeit ergibt, würde ich das gerne machen.
Drei Monate später wurde die Stelle in Erlenbach frei. Ich habe mit meiner Familie gesprochen – und wir wagten den Schritt und zogen nach Erlenbach. Heute, nach über 20 Jahren, bin ich immer noch froh über diese Entscheidung.

Ist Dein Dienst eher organisatorisch – oder auch geistlich?

Für mich ist es mehr als ein Beruf. Ich habe diesen Dienst als Berufung von Gott erlebt. Schon bevor ich hierherkam, habe ich viel gebetet, die Bibel gelesen und meditiert. Ich fühle mich stark mit dem Glauben und dem kirchlichen Leben verbunden. Es ist kein „Job“, sondern ein erfüllender Dienst in meiner Kirche.

Was schätzt Du besonders an unserer Gemeinde?

Ich schätze sehr die Offenheit. Von jung bis alt haben alle ihren Platz. Viele engagierte Menschen geben ihr Bestes und versuchen, den Glauben wirklich zu leben. Das spürt man in allen Bereichen. Ich habe viel Kontakt mit Menschen, die nach Erlenbach kommen – oft ergeben sich Gespräche über Gott und die Welt. Diese Begegnungen sind mir wichtig.

Was sollte jemand mitbringen, der sich für den Sakristan- & Hauswart-Dienst interessiert?

Ein guter Sakristan braucht einen starken Glauben und Liebe zur katholischen Kirche – und zu den Menschen, denen er begegnet. Dazu kommen Flexibilität und handwerkliches Geschick.
Ich habe mir immer einen solchen Beruf gewünscht und bin dankbar, dass ich ihn seit so vielen Jahren ausüben darf. Noch vier Jahre liegen vor mir, dann werde ich pensioniert werden.
Mein Leitwort könnte sein: Ora et labora – bete und arbeite.

Herzlichen Dank für das Interview

 

Eine Antwort zu “Sakristan Mato Stipic im Gespräch

  1. Lieber Mato
    Danke für deine Flexibilität und dein Engagement. Wir alle schätzen dich sehr. Es ist jedesmal eine Freude, dir zu begegnen. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude bei „Ora et labora“!
    Herzlichst, Louis

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