
Vielleicht haben Sie in den vergangenen Wochen einmal in Richtung Orgelempore geschaut und sich über das ausgehöhlte Orgelgehäuse gewundert; vielleicht waren Sie einfach überrascht, dass in den Gottesdiensten anstelle der grossen Orgel die Truhenorgel und das Klavier erklangen. Grund dafür ist die ungefähr alle 20 Jahre notwendige Generalüberholung der «alten Dame», die während der Sommerpause über vonstatten ging.
Neben handwerklichem Geschick ist auch Klettern nötig

Orgelbauer Michael Volpert und sein Team nahmen das Instrument komplett auseinander, um Tasten, Pfeifen und Gehäuse komplett zu reinigen. Drähte, Federn und Filzdämpfungen mussten ausgewechselt sowie Teile der elektrischen Registertraktur erneuert werden. Auch wurden einzelne Pfeifen neu intoniert, wodurch die Orgel nun in einem frischeren, helleren Klang erstrahlt. Die majestätischen Dimensionen des königlichen Instruments – 15 x 8 x 1.5 Meter – verlangten den Orgelbauern nebst handwerklichem Geschick auch einiges an Kletterkunst ab!
Die Orgel erklingt in neuem Glanz

In ihrer vollen Pracht wird die neu revidierte Orgel am Sonntag, 13. September zu hören sein. Nathan Schneider spielt in der Orgelmatinee um 12.15 Uhr ein Programm mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Gleich zwei Premieren in der Pfarrkirche
Am Sonntag zuvor, dem 6. September, werden Branko und Katica Tijan offiziell in die Pensionierung verabschiedet. Die Kantorei St. Georg gestaltet den Abschiedsgottesdienst mit einer Premiere: der Uraufführung meiner für diesen Anlass komponierten «Misa Svetog Josipa» – Messe zu Ehren des Heiligen Josef, dem Schutzpatron Kroatiens. Ich habe traditionelle kroatische Melodien, darunter das Volkslied «Večeras je naša festa» und das Weihnachtslied «Narodi nam se» zu einer Missa Brevis für Chor und Orgel verarbeitet und freue mich, dadurch den beiden Jubilaren für ihr treues Engagement im und für den Chor zu danken.
Am 4. Oktober jährt sich der Todestag des Heiligen Franz von Assisi zum 800. Mal. Wir begehen das Jubiläum sowohl mit Musik aus der Zeit Franziskus’, als auch mit einer weiteren Uraufführung. Der Franziskus-Zeitgenosse Julian von Speyer (gest. 1250) komponierte ein Offizium mit Gesängen zur Vita des Heiligen, von dem unsere beiden Gregorianik-Scholen je Teile im Gottesdienst um 10.30 Uhr und im Festtagskonzert um 17 Uhr singen werden. Auf dem Konzertprogramm stehen zudem zwei Vertonungen des berühmten Sonnengesangs Franziskus’: die eine stammt aus der Feder des Bündner Komponisten Peter Appenzeller (*1955), die andere ist vom italienisch-schweizerischen Komponisten Tullio Zanovello (*1964). Letztere wird an dem Tag zum ersten Mal erklingen, vorgetragen vom Ensemble Bleu und einem Solistenquartett, mit Nathan Schneider an der Orgel.
Joachim Schwander, Kantor
