Auszug der Gardisten

Gardist – ein ganz besonderer Beruf Geschrieben am

David Geisser war als Gardist von 2013 bis 2015 in Rom tätig. Er lebt inzwischen in Küsnacht, ist erfolgreicher Buchautor und Inhaber eines Kochstudios. In einem Interview gibt er Eindrücke aus seiner Tätigkeit preis und berichtet über seine Erfahrungen an der Seite des Papstes.

Von Vater zu Sohn

Herr Geisser, welches waren Ihre Beweggründe Schweizer Gardist zu werden?

Ex-Gardist David Geisser im Gespräch
Ex-Gardist David Geisser im Gespräch

Da gab es sehr viele verschiedene Gründe: Zum einen liebe ich Italien als Land und speziell die Stadt Rom. Mir sind die Kirche und der Glauben sehr wichtig. Geschichte fasziniert mich. Mit meiner Familie besuchte ich die Schweizergarde schon in meinen Jugendjahren immer wieder, da mein Vater auch einmal als Schweizergardist gedient hatte. All dies zusammen führte dazu, dass ich schon als kleiner Junge unbedingt in die Schweizergarde eintreten wollte. Mein Vater erzählte mir immer wieder spannende Geschichten über die Gardisten. Er war sogar auch beim Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981 dabei. Zusammen mit einem anderen Gardisten packten sie den Attentäter. Das ist natürlich eine Sache, die einen kleinen Jungen sehr beeindruckt.

Man sieht die Gardisten immer mit der Hellebarde und Säbel. Haben Sie auch einmal moderne Waffen getragen?

Natürlich sind wir modern ausgerüstet, die Hellebarde dient nur als Teil der Uniform. Wir sind sehr gut und modern ausgerüstet, mindestens so gut wie das normale Schweizer Militär. Wir arbeiten auch mit den gleichen Schusswaffen und haben regelmässig Schiessausbildungen und Nahkampf-Trainings.

Das alltägliche Papsttreffen

Petersdom by night
Petersdom by night

Haben Sie Papst Franziskus einmal persönlich getroffen?

Das gehört zum Dienst eines jeden Gardisten. Zum Teil trifft man ihn sogar mehrmals am Tag. Auch durfte ich für mein Kochbuch eng mit beiden Päpsten zusammenarbeiten. Da gibt es auch viele Fotos davon.

Sind Sie mit dem Papst auf Reisen gegangen?

Nein, dafür war ich nicht genügend lang in der Garde.

Wie sieht die Freizeit eines Gardisten aus?

Bei jedem Gardisten anders. Die einen sind lieber im eigenen Zimmer in der Freizeit und die anderen machen viele Ausflüge oder trainieren. Jeder ist in seiner Freizeit frei und darf machen, was er gerne tut.

Ein Gardist, ein Koch, oder beides?

Was haben Sie aus der Zeit in Rom in Ihren Zivilberuf mitgenommen?

Gardist im Dienst
Gardist im Dienst

Die meisten Gardisten arbeiten nach Ihrer Rückkehr aus dem Vatikan im Sicherheitsdienst in der Schweiz, bei der Polizei, in der Grenzwache oder auch privat. Da kann man natürlich sehr viel profitieren von den Sicherheitsausbildungen und den Erfahrungen als Schweizergardist. Ich habe ja nun mein eigenes Kochstudio und da brauche ich diese Ausbildungen nicht mehr so oft. Dafür habe ich noch immer sehr viel mit meinem Kochbuch „Buon Appetito“ zu tun und das prägt auch mein Leben.

Was war Ihr schönstes Erlebnis als Gardist?

Das kann ich so nicht sagen. Ich hatte so viele Highlights in meiner Zeit als Gardist. Aber etwas ganz Persönliches war sicher, als ich für den Papst kochen und danach mit ihm und seinem Sekretär alleine Mittagessen durfte und so spannende und eindrückliche Gespräche führte.

Das Interview führte Dominik Westermann.

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