Pilgerreise

Die Pfarrei auf Reisen Geschrieben am

Mitglieder der Pfarrei waren während den Herbstferien an verschiedensten Orten auf Reisen unterwegs. Gabriella Gebbia nahm am Friedenstreffen in Bologna teil, Pastoralassistentin Esther Stampfer war mit Firmanden zu Besuch in Rom und Andreas Matthaei bestritt den Jakobsweg in der Waadt.

Pfarreiratsmitglied Gabriella Gebbia berichtet aus Bologna:

Friedenstreffen in Bologna
Friedenstreffen in Bologna

Nach Einladung des Seelsorgeteams und des Pfarreirates haben sich nebst sechs Gemeindemitgliedern weitere sechs Interessierte auf den Weg nach Bologna gemacht. Dort fand das von der Gemeinschaft Sant’Egidio organisierte Internationale Friedenstreffen, unter dem Titel „Brücken des Friedens“, Religionen und Kulturen im Dialog, statt.

Ich bin dankbar für die mir wertvollen Tage und für das gemeinsam Erlebte. Jeder einzelne der Gruppe brachte sich auf seine eigene freundschaftliche Weise ein. Sei es mit dem rechtzeitigen Hinweis, dass unser Zug ab Küsnacht ausfällt, ein gutes Restaurant zu finden oder uns durch Bologna zu führen. Ein offenes Ohr für einander zu haben und sich im persönlichen Austausch zu üben, gehört auch dazu. Die nötigen Platzkarten zu besorgen, sowie den jeweiligen Tag mit einem Morgengebet einzuläuten und den Ausklang im Abendgebet, gehören ebenfalls zu den schönen Erinnerungen.

Eine Reise mit vielen Gedanken und Emotionen

Gottesdienst in Bologna
Gottesdienst in Bologna

Bei den zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen, die angeboten wurden, haben wir uns jeweils aufgeteilt, damit wir jeweiligen Erfahrungen und Informationen anschliessend austauschen konnten. Ich habe eine Veranstaltung mit dem provozierenden Titel „Die schwache Kraft des Gebetes“ besucht. An einer anderen Veranstaltung habe ich die eindrückliche Geschichte des persönlich anwesenden Mönches gehört. Er erzählte von seiner Gefangenschaft durch die ISIS, von Morddrohung und Folter, von Angst und Erniedrigung. Dank innigen Gebeten und dem starken Gespür der Gegenwart der Gottesmutter Maria sei es ihm gelungen, das Ungute aus seinen Gedanken zu bannen und Gott zu vertrauen. Nach fünf Monaten Haft wurden er und weitere 250 Mitglieder seiner Gemeinschaft überraschend freigelassen. Die islamischen Nachbarn ihrer Wohngemeinde hatten sich für sie eingesetzt und ihre Freilassung bewirkt. Es tat gut, sich mit ihm zu freuen.

Auch freute ich mich über die Solidarität unserer Freunde aus unserer Pfarrgemeinde, die sich, wie jedes Jahr, in der Krypta zu einer Gebetsstunde getroffen haben, um auf diese Weise das Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Friedenstreffens zu unterstützen. Das nächste Internationale Friedenstreffen findet vom 22. bis 24. September 2019 in Madrid statt.

Pastoralassistentin Esther Stampfer berichtet aus Rom:

Firmreise nach Rom
Im Innenhof des Quartiers der Schweizer Garde

Rom ist immer eine Reise wert. Erst recht für Firmanden.  So waren 14 Jugendliche gemeinsam mit mir vier Tage unterwegs im Zentrum der Weltkirche. Ein Höhepunkt war sicherlich die Besichtigung des Schweizer Gardequartiers. David Geisser, ehemaliger Gardist und Küsnachter, zeigte uns die Waffenkammer und erzählte spannende Geschichten aus dem Leben der Gardisten. Sogar ein Training, wie die Hellebarde richtig zu halten ist, wurde von den Firmanden absolviert. Danach ging es in den Petersdom. Die überwältigende Grösse dieser Kirche ist immer wieder atemberaubend und manch einer hatte Gänsehaut beim Ausblick von der Kuppel auf die Ewige Stadt.

Die Papstresidenz
Blick aus einem Fenster der Papstresidenz

Ein Novum war der Besuch der Sommerresidenz des Papstes in Castel Gandolfo. Seit Papst Franziskus dieses Haus nicht mehr nützt, ist es Besuchern mit einer Führung erlaubt, die Privatgemächer im Palast zu besichtigen. So durften wir also durch die Bibliothek, das Wohnzimmer und das Schlafzimmer der Päpste spazieren – ein unvergessliches Erlebnis. Dazu noch der herrliche Ausblick auf die Albaner Berge. Hier hat so viel (Kirchen-)Geschichte stattgefunden und wir waren nun mittendrin. Das wunderbare Wetter und die gute Stimmung unter den Teilnehmenden trug sicherlich auch dazu bei, dass diese Reise lange in Erinnerung bleiben wird.

Pfarreiratspräsident Andreas Matthaei berichtet von der Pilgerreise:

Am Anfang der Pilgerreise
Am Anfang der Pilgerreise

Am frühen Sonntagmorgen, 4. Oktober, starteten neun Pilger in Moudon die diesjährige Etappe des Jakobsweges. Gestärkt mit dem am Samstagabend erhaltenen Pilgersegen machten wir uns auf den Weg Richtung Lausanne. Da die Distanz noch etwas weit war, pilgerten wir bis Montpreveyres, und nahmen dann den Bus und die Metro bis an die Gestade des Lac Léman. Im Hotel Aulac fanden wir Unterkunft und unsere per Taxi transportierten Koffer. Das von Esther Stampfer gekonnt und feinfühlig verfasste Pilgerheft brachte uns jeden Tag ein Wort von Papst Franziskus zum Thema der eigenen Heiligkeit näher. Die Titel der nächsten Tage waren die Fragen: Was ist das Heilige, Sehnsucht nach Gott, Suche nach der eigenen Heiligkeit, wachsende Verbundenheit und Aufbruch ins Ungewisse.

Am Montag ging es mit Metro und Bus wieder zurück nach Montpreveyres und dann als Pilger auf Schusters Rappen Lausanne zu. Die Kathedrale Notre Dame war unser Ziel. Dort trafen wir den pensionierten Pfarrer Martin Hoegger, der uns die Kathedrale aus der Sicht eines Pfarrers erklärte. Eine überaus interessante Führung, weit über den Horizont einer klassischen Touristenführung hinaus! Anschliessend führte uns Claudio Agazzi über den Marktplatz zur katholischen Kirche und dann zur ältesten Kirche Saint-François, die zum 1258 gegründeten ehemaligen Franziskaner-Kloster gehört. Dann wurden wir touristisch und genossen den lauen Abend am Ufer des Genfersees und in einem nahegelegenen Fondue-Stübli.

Von Wein bis Kiwi

Pfarrei auf Reisen im Wallis
Auch Wallfahrer brauchen eine Pause

Der dritte Tag wurde eine Herausforderung. Eine Distanz von fast 25 Kilometern musste bewältigt werden. Zu Beginn am Ufer des Genfersees fanden wir in den Parkanlagen von Lausanne-Vidy einen idealen Ort für die Morgenbetrachtung. Dann folgte der lange aber schöne Uferweg bis St.-Prex. Und weil wir im Gebiet der Lavaux waren, durfte natürlich ein Abstecher in die Weinberge nicht fehlen! Wir verliessen das Ufer und wanderten über Etoy nach Aubonne. Kurz vor dem Ziel musste aber noch ein tiefer Graben, das Tobel der l’Aubonne überwunden werden. Etwas geschafft, aber glücklich erreichten wir Aubonne, wo wir im für uns extra geöffneten Lion d’Or übernachteten.

Am vierten Tag konnten wir das schöne Herbstwetter noch einmal richtig geniessen. Wir wanderten durch die Weinberge hinunter wieder bis ans Ufer des Genfersees. Durch schöne Waldwege und vorbei an einer riesigen Kiwi-Plantage erreichten wir das noch ursprüngliche Weinbauerndorf Perroy. Leider war dort die Kirche verschlossen, und so ging es weiter durch die Weinberge hinauf nach Mont-sur-Rolle. Bei der leicht erhöhten Kirche hätte man einen schönen Ausblick auf den See und die Berge bis zum Montblanc hin. Hätte…. Auch an diesem Tag waren die Berge in einer Wolkenschicht, sodass man nur erahnen konnte, wo der Montblanc zu sehen wäre. Nach einer kurzen Strecke hinunter zum See erreichten wir unser Ziel in Rolle in der Hostellerie du Château, wo wir wiederum sehr gut aufgehoben waren.

Pilgerreise
Die Stimmung ist gut

Vor dem exzellenten Abendessen stand noch eine Besichtigung eines Weinkellers auf dem Programm. Das Ehepaar Rosset zeigte uns, wie sie für die ganze Region junge Reben pfropften und natürlich auch selber Wein anbauten, den wir dann auch genüsslich degustierten.

Singen, beten und meditieren

Mit einer morgendlichen Betrachtung in der Kirche beschlossen wir unseren Pilgerweg und nahmen am Donnerstag den Zug Richtung Heimat. Die sehr harmonische Pilgergruppe erlebte die Natur des schönen Welschlandes als Gemeinschaft singend, betend, meditierend und mit tiefen Gesprächen, unter freiem Himmel oder in Kirchen und Kapellen am Weg, als befreiende Tage in fantastischer Umgebung. Oder wie eine Pilgerin formulierte: „Ich bin unterwegs in guter Weggefährtenschaft, in schöner Natur dem Himmel näher, mit Blick in die blaue unergründliche Tiefe des Lac Léman. Gottes Werke sind einfach wunderbar!“ Oder ein Pilger brachte es auf den Punkt: „So schön kann das Pilgern sein!“

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