Der Samichlaus bleibt dieses Jahr zu Hause Geschrieben am

Das ist eine Nachricht, die Kinder und Eltern sicher traurig machen wird: Die Besuchstage des Samichlaus 2020 wurden aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie abgesagt. Wir haben dazu den Oberchlaus Patrik Albert befragt.

Mit schweren Herzen kein Samichlaus

Sorgenvoller Blick in die Zukunft.

Wie schwer ist Ihnen und den Beteiligten dieser Entscheid gefallen?

Wir haben uns intensiv mit allen möglichen Varianten von Schutzkonzepten befasst. Mit dem finalen Entscheid haben wir uns sehr lange Zeit gelassen und hart innerhalb des Vorstandes diskutiert und gerungen. Der Entscheid widerstrebt uns allen zutiefst. Wir können es selber kaum fassen und ertragen, dass es nicht anders geht.

Welche Gründe verunmöglichen in diesem Jahr die Hausbesuche?

Um die Sicherheit und Gesundheit unserer Freiwilligen gewährleisten zu können, müssten wir die Hausbesuche minimieren. Aus diesem Grund könnten wir nicht mehr als die Hälfte der Anfragen wahrnehmen. Wir müssten an allen Tagen dieselben Teams einsetzen: Aufgrund der Hygienevorschriften können wir unsere Echthaarbärte und Kleider nicht wie sonst gebrauchen. Das heisst, dass wir sie nicht ohne Reinigung von einem Team ans nächste übergeben können. Nicht alle unsere Freiwilligen können sich durchgehend an allen drei Tagen engagieren, zudem können wir auch nicht, wie sonst bei kurzfristigem Ausfall eines Freiwilligen, eine Ersatzperson nachnominieren. Das wird für uns also zu einer unlösbaren logistischen Aufgabe. Hinzu kommen die Quarantäne- und Isolationsbestimmungen des Bundes, die wie ein Damoklesschwert über uns als Veranstalter schweben, wenn unsere Freiwilligen für längere Zeit ausfallen.

Wenn wir dürfen, gehen wir ins Altersheim

Hätte es Alternativen zu den klassischen Familienbesuchen gegeben?

Wir haben uns auch damit sehr eingehend befasst. Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass gerade der klassische Familienbesuch seit jeher unser Kerngeschäft war und ist. Daran möchten wir nichts ändern. Leider haben wir auch keine abgespeckte „Light-Variante“ für solche Zeiten, die wir jetzt aus dem Hut zaubern können. Das Konzept steht und fällt, so wie es ist.

Wie sieht es aus mit den Besuchen in Altersheimen und Kindergärten oder Schulen?

Besuche in Altersheimen, Kindergärten oder Schulen versuchen wir, falls gewünscht und rechtzeitig angemeldet, nach Möglichkeit durchzuführen. Da halten wir mit unserem Schutzkonzept alle bisherigen Auflagen ein. Wir können trotz Corona noch auf eine stattliche Anzahl Freiwilliger zurückgreifen, die sich an den Besuchstagen Zeit nehmen. Natürlich bleiben wir flexibel, je nachdem wie sich die Situation entwickelt und Massnahmen verschärft werden.

Die freiwillig Mithelfenden zu motivieren ist ja nicht immer ganz einfach. Wie überstehen Sie jetzt die „Durststrecke“ bis 2021?

Vermutlich sind die Mithelfenden nicht wirklich erstaunt und überrascht über unseren Entscheid. Ich glaube, dass dieses Jahr 2020 sowieso einfach am besten kommentarlos abgehakt werden muss, da es jegliche Normen unserer globalen Gesellschaft sprengt und einfach nichts mehr „normal“ ist. Die Absage diverser Anlässe weltweit ist seit Monaten an der Tagesordnung. Durchgeführte Anlässe kann man an einer Hand abzählen. Daher freuen wir uns jetzt schon alle auf Normalität nach dieser Corona-bedingten Durststrecke, und damit auch auf unsere gewohnten, schönen Chlaustage im Jahr 2021.

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