Pasoralkurs

Der Pastoralkurs – ein Meilenstein in Esther Stampfers Ausbildung Geschrieben am

Pastoralassistentin Esther Stampfer ist nun schon mehr als zwei Jahre in der Pfarrei Küsnacht tätig. Im Januar hat sie eine weitere wichtige Etappe ihrer Ausbildung absolviert – die zweite Blockveranstaltung des Pastoralkurses. In ihrem Bericht nimmt sie uns mit ins verschneite Chur und erzählt uns, wie es ihr in diesen beiden Wochen ergangen ist.

Esther Stampfer berichtet aus dem Pastoralkurs:

Esther Stampfer
Pastoralassistentin Esther Stampfer

Es ist ein kalter Montagmorgen Anfang Januar. Ich mache mich wieder auf den Weg nach Chur. Unterwegs ist es neblig, dunkel und ungemütlich. Doch kurz vor Chur kommt sie – die Sonne. Wann immer ich nach Chur zum Pastoralkurs fahre, eines ist sicher, die Sonne scheint!

Bereits im November des vergangenen Jahres habe ich zwei Wochen in der ältesten Stadt der Schweiz verbracht. Nun beginnt die zweite Blockveranstaltung. Wieder beziehe ich für zwei Wochen ein Zimmer im Priesterseminar St. Luzi. Ich freue mich auf den Kurs und die Kollegen und Kolleginnen, die mit mir dabei sind. Wir sind eine bunte Truppe, die sich auf den pastoralen Dienst vorbereitet. Fünf Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen sowie drei Priesteramtskandidaten.

Ein typischer Kurstag

Der Speisesaal des Priesterseminars
Der Speisesaal des Priesterseminars

Unsere Kursgemeinschaft ist eng eingebunden in die Struktur des Hauses. So beginnt der Tag morgens meistens mit einer Messe oder der Laudes, die wir zusammen mit der Seminargemeinschaft feiern. Nach dem Frühstück beginnt dann die erste Unterrichtseinheit. Zum Mittagessen um 12.00 Uhr finden sich dann alle, Studierende, Professoren und Seminaristen, wieder ein. Der eindrückliche Speisesaal mit den Portraits der ehemaligen Bischöfe und Hausoberen erinnert immer noch an ein klösterliches Refektorium. Stillschweigen wie früher herrscht allerdings nicht mehr. Gespräche und Gelächter sowie der Duft des hervorragenden Mittagessens erfüllen den Raum. Nach einer kurzen Mittagspause geht es dann mit unserem Programm weiter.

Um 18.00 Uhr ruft die Glocke die Hausgemeinschaft zum Abendgebet. Nach dem Abendessen verbringt der eine oder andere seine Zeit in gemütlicher Runde bei einem Glas Wein oder zieht sich auf sein Zimmer zurück. Für die meisten Kollegen, auch für mich, bedeutet die freie Zeit am Abend oft, anstehende Aufgaben aus der Pfarrei „nebenher“ zu erledigen. Denn auch wenn es von offizieller Seite gewünscht wird, sich von allen pfarreilichen Verpflichtungen frei zu machen, gelingt dies nur selten. Zu sehr bin ich schon nach über zwei Jahren Dienst in der Pfarrei in die seelsorgerliche Arbeit eingebunden.

Was habe ich in diesen Wochen gelernt?

Aussicht auf die Kathedrale Chur
Aussicht auf die Kathedrale Chur

Die pastorale Ausbildung soll ja von ihrem Anspruch her das Universitätsstudium ergänzen und somit praxisorientiert sein. So üben wir uns in der Gesprächsführung, beschäftigen uns mit den verschiedenen Formen der Konfliktlösung sowie den aktuellen Fragen in Religionspädagogik und Liturgie. Neben der Gestaltung von Gottesdiensten diskutieren wir auch über unseren Predigtdienst. Was kommt dabei gut an? Was sind Fehler, die es zu vermeiden gilt? Und wir lernen viele kirchliche Institutionen wie die Ministrantenseelsorge, die Jugendseelsorge oder die Caritas kennen. Die kategoriale Seelsorge ist ebenfalls ein wichtiger Punkt und für die meisten von uns Neuland. So erhalten wir interessante Einblicke in die Spitalseelsorge, in die Gefängnisseelsorge und „Palliative Care“.

Für mich genügt ein Seminartag oft nicht aus, um mich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen oder alles kennenzulernen. Am Ende des Kurses hat sich eine Tasche voller Bücher, Infomaterial und Broschüren angesammelt. Denn die Vielzahl an Themen, die wir behandeln, ist enorm. Dass es fast immer qualifizierte und erfahrene Dozierende sind, die uns dies alles nahebringen, hat mich doch beeindruckt. Und es ist spannend, das Leben im Priesterseminar für eine kurze Zeit mitzuleben und zu sehen, welch vielfältige Formen ein spirituelles Leben haben kann. Hin und wieder ist dann doch ein kleiner Ausgleich nötig.  Da tut es mir gut, in der Mittagspause durch das wunderschöne, winterlich-verschneite Chur zu spazieren und in der Sonne Kraft zu tanken.

Wie wird es nun weitergehen?

Nach einer Woche Einzelexerzitien steht noch eine Kurswoche im Mai auf dem Programm. Wenn alles gut geht, darf ich am 1. September 2018 die „Missio“, die Beauftragung zum kirchlichen Dienst, in einem feierlichen Gottesdienst von Weihbischof Marian Eleganti empfangen.

Wir danken Esther Stampfer für den persönlichen Einblick und wünschen Ihr viel Erfolg für den Abschluss ihrer Ausbildung.

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