Wochenimpuls

Wochenimpuls von Pastoralassistent Thomas Jehle 

Es ist Sommer! Ein Wort wie eine Verheissung, nach Sonne, langen Abenden, Schwimmen im See und endlich Ferien! Ruhe und Auszeit zu nehmen nach oft intensiven Wochen und Monaten des Arbeitens. Auch die Corona-Zeit hat Spuren hinterlassen und es ist gut, wenn wir jetzt auftanken dürfen, sei es im süssen Nichtstun oder aber im Entdecken und Erleben eines spannenden Ferienortes.

Wir haben es uns verdient und es ist wichtig, denn die Notwendigkeit im Wechsel von Aktivität und Erholung ist tief in uns eingeschrieben, so bezeugt schon das erste Buch der Bibel im Rahmen der Erzählung der Erschaffung der Welt in sieben Tagen, dass Gott am letzten Tag sich Zeit genommen und sich ausgeruht hat. Unser Sonntag ist uns deshalb heilig, natürlich als Wochenostern an dem wir Christus feiern, aber es ist auch unser fester Wochenferientag, ein Tag den wir zur Erholung brauchen, der dem natürlichen Rhythmus unseres Lebens entspricht, wie er in der Schöpfung grundgelegt wurde. So sind dann auch verschiedentliche Versuche diesen Rhythmus zu ändern, etwa die Ausdehnung auf eine Zehn-Tage-Woche, Gott sei Dank, nicht erfolgreich gewesen.

Von diesem einen Tag, bzw. von den Heiligen Fest-oder Ruhetagen, die im alten Rom und auf Latein „feriae“ genannt wurden, stammt offensichtlich auch unser heute noch gebräuchliches Wort Ferien ab. Auch hier haben wir die aus der Religion gewonnene Erkenntnis des Innehaltens, übrigens jede Religion kennt solche besonderen Ruhe-oder Festtage, aus welchen sich im Laufe der Zeit dann unsere „bürgerlichen Ferien“ entwickelten.

Die Zeit der Erholung ist auch deshalb wichtig, weil die Sommerferien auch das erste Halbjahr abschliessen, besonders sichtbar am Schuljahr wo mit dem anschliessenden Wechsel in eine höhere Klasse oder Schule oder gar mit Schulabschluss ein neuer Lebensabschnitt mit Lehre oder Studium verbunden ist. Nach den Ferien kann dann umso mehr mit neuer Kraft in den neuen Alltag gestartet werden.

Auch das katholische Kirchenjahr nimmt diesen Wechsel im Jahr wahr, und feiert mit Beginn des Sommers um die Sommersonnwende Johannes den Täufer, der im Blick auf den kommenden Jesus sagte: »Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.« (Joh. 3,30) Johannes zeigt den Menschen den Weg zu Jesus und seine Aussage wird im Fortgang des Jahres wie im Leben jedes Menschen deutlich: Die Tage werden kürzer, jedoch mit der Verheissung, dass wir auf Ihn, Christus, zugehen. Genau gegenüber zur Sommersonnwende, in der Zeit der Wintersonnwende, wo die Länge der Tage ihren Tiefpunkt und dass Dunkel sein Maximum erreicht habt, wird Christus an Weihnachten geboren und das Licht nimmt von Tag zu Tag wieder zu.

So sehen wir, dass unser Leben, mit dem kosmischen Fortgang der Welt, im Wechsel der Zeiten, von Erholung und Aktivität, von Zunahme und Abnahme Bedeutung hat und wir uns umfangen finden in unserer Liturgie, im Glauben daran, dass sich alles auf Christus zubewegt.

Christus kann uns wirklich überall begegnen, auch in den Ferien und dazu wünsche ich Ihnen viel Gelegenheit in Erholung, Stille, Ruhe oder eben im Verreisen an einen anderen Ort und auch dort natürlich: Schöne Ferien!