Hl. Georg im Kirchenfenster

Apsisfenster in der Pfarrkirche Geschrieben am

„Wer sind eigentlich die Heiligen in den bunten Glasfenstern des Chorraums?“ Diese Frage haben die pfarreilichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon oft gehört. Mit einer Antwort zu diesen, sogenannten, Apsisfenstern taten sich alle schwer. Auch jene mit einer theologischen Ausbildung.

Ein Faltblatt als des Rätsels Lösung

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Das Pfarrarchiv gab wenig her an Information. Auch die Befragung jener, die in den vergangenen Jahrzehnten mit den Renovationsarbeiten befasst waren, brachte kaum Erkenntnisse. Diese wenig befriedigende Situation konnte nun auf überraschende Weise gelöst werden. Bis Sommer 2020 war unter den Mitarbeitenden eine Kunsthistorikerin. Matthias Westermann nutzte die Gelegenheit und beauftragte die Religionspädagogin Stefanie Faccani-Baumann, die Apsisfenster einmal unter die Lupe zu nehmen. Frau Faccani machte sich daraufhin an die Arbeit. Fünf Fenster und fünf Heiligenfiguren hat sie begutachtet und das Rätsel gelöst. Aus ihrem Engagement ist ein Faltblatt entstanden, dessen Text einführt in die Bilderwelt der Apsisfenster.

Fünf Heilige mit Heiligenschein auf den Apsisfenstern

In den fünf Fenstern ist je eine Figur zu sehen, die das Bildformat beherrscht. Die fünf Figuren sind alle mit einem Heiligenschein als Heilige ausgezeichnet. Im Mittleren der fünf Apsisfenster in St. Georg befindet sich die Darstellung von Jesus Christus. Sein Bild ist im Zentrum innerhalb der Glasfensterreihe und Jesus Christus selbst steht im Zentrum des Christentums.

Jesus Christus nebst zwei Frauenfiguren und zwei Männerfiguren

Das Fenster ganz links zeigt eine Frauenfigur in weissem bodenlangem Gewand mit blauem, violett gefütterten Umhang und weissem Kopftuch. Das Kreuz in der linken Hand ist seit dem 12. Jahrhundert das bestimmende Kennzeichen für die Heilige Helena. Die Heilige Helena war der Legende nach die Mutter von Konstantin, dem römischen Kaiser ab 306 n.Chr. Kaiser Konstantin bestätigte 312 das Christentum, womit die Christenverfolgungen im römischen Reich ein Ende nahmen.

Das zweite Fenster von links zeigt ebenfalls eine Frauengestalt in weissem bodenlangem Gewand mit violettem Umhang mit breiter Goldbordüre. Die langen blonden Haare fallen in Locken bis über die Hüften. Die Krone, fürstlich betonte Kleidung (Goldbordüre), Palmzweig, ein Teil oder mehrere Teile eines zerbrochenen Rads mit Messern oder Nägeln sind seit dem 12. Jahrhundert bekannt für die Darstellung der Heiligen Katharina von Alexandrien, legendäre gelehrte Königstochter von Zypern.

Weiter rechts folgt das Fenster mit einer männlichen Figur in einer metallenen Ritterrüstung ohne Helm mit einem roten Umhang. Hinter ihm ist auf dem Boden ein Wesen in hellem, leuchtenden Blaugrün und Weiss zu sehen, dessen echsenhaftes Aussehen mit dem langen, gekringelten Schwanz und der pfeilspitzförmigen Schwanzspitze wohl als Drache aus der Welt der Fabeln und Legenden gedeutet werden kann. So könnte diese Figur eines heiligen Mannes als Heiliger Georg gelesen werden.

Im Fenster ganz rechts in der Reihe ist eine männliche Figur zu sehen mit halblangen braunen Haaren und braunem Bart. Der hellbraune Umhang erscheint so, als hätte er eine flauschige Struktur und könnte Fell repräsentieren. So gesehen könnte diese Heiligenfigur den Heiligen Johannes den Täufer darstellen, dessen Kennzeichen u.a. Fellkleidung, Bart und Schwert sind.

Das Faltblatt liegt im Pfarramt und in den Kirchen auf. Auf Wunsch wird es den Interessierten auch zugesandt, Sie finden es aber auch hier als pdf zum Download: Apsisfenster in St. Georg.

Eine Antwort zu “Apsisfenster in der Pfarrkirche

  1. Lieber Herr Westermann,
    das ist sicher eine besondere Idee diese schönen Fenster einmal genau zu betrachten und eine Erklärung dazu zu finden.
    Vielen lieben Dank und einen herzlichen Gruß aus Erlangen an Sie alle!
    Ich war immer so gerne in ihrer Gemeinde und vermisse auch die kurzen Besuche! Wann wird das wohl wieder einmal sein?
    Alles Gute!
    Ihre Elisabeth Blum und Familie

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