Wie weiter im Kirchenzentrum St.Agnes Erlenbach? Wir klären auf!

Die politische Gemeinde Erlenbach hat schon seit längerer Zeit eine Zentrumserneuerung um den Erlenbacherhof in Planung. In diese geplante Neustrukturierung des Dorfkernes wurde auch das Kirchzentrum St.Agnes miteinbezogen. Eine definitive Entscheidung wurde bisher noch nicht gefällt. Dennoch kamen grosse Diskussionen und Ängste um das Kirchenzentrum St.Agnes Erlenbach auf. Nachdem nun auch die politische Gemeinde Erlenbach offiziell Stellung dazu genommen hat, klärt Diakon Matthias Westermann auf und bringt auf den neusten Stand. Zu einer Schliessung, einem Verkauf oder einer Umnutzung wird es ohne die Zustimmung der Stimmbürger nicht kommen.

Warum ist zurzeit das Kirchenzentrum in Erlenbach in aller Munde?

Das Kirchenzentrum Erlenbach ist inzwischen 41 Jahre alt. Aufgrund sinkender Besucherzahlen in den Gottesdiensten müssen wir uns ehrlich die Frage stellen, welche Form unsere Präsenz als katholische Kirche in Erlenbach in Zukunft haben soll. In der öffentlichen Wahrnehmung unserer Pfarrei ist die Pfarrkirche St.Georg in Küsnacht mit seinem grosse Pfarreizentrum wesentlich dominanter wie das Kirchenzentrum St.Agnes Erlenbach. Pfarreisekretariat und Wohnungen der Seelsorger befinden sich ebenfalls in Küsnacht.

Hat das Kirchenzentrum Erlenbach denn noch eine Zukunft? Wie geht es weiter? Werden die Bedürfnisse der Katholiken Erlenbachs berücksichtigt?

St.Agnes hat gewiss noch eine Zukunft, denn es ist uns als Ort der Begegnung und des Glaubens wichtig geworden. Immer wieder erscheint es uns auch für viele Formen des gemeindlichen Lebens als sehr geeignet. Nicht zuletzt durch die Präsenz der philippinischen Gemeinde in den vergangenen Jahren. Ausserdem haben wir festgestellt, wieviel emotionale Bindungen zum Kirchenzentrum St.Agnes bestehen, auch wenn die Generation, die das Zentrum vor Jahrzehnten gebaut und belebt hat, nicht mehr aktiv ist.

Wir versuchen so gut es geht, auch die Bedüfnisse unserer katholischen Gemeinde in Erlenbach zu berücksichtigen. So haben wir beispielsweise Fragebögen versandt, um ein erstes Stimmungsbild zu erhalten. Vor allem die Gottesdienstzeiten in Erlenbach werden immer wieder kritisiert. Als nächsten Schritt luden wir alle Erlenbacher Katholiken zu einem Infoabend am 7. Mai ein. Dort wurde sehr offen diskutiert und wir konnten den Standpunkt der Pfarreileitung darstellen. Aus Pfarreileitungssicht sind manche Änderung wünschenswert. Leider war das Interesse an diesem Abend jedoch nicht so gross, wie wir uns das gewünscht hatten. 700 Einladungen haben wir verschickt, letztendlich waren 48 Personen anwesend.

Hat dieser Infoabend etwas gebracht?

Er hat sicher den positiven Effekt gehabt, dass alle Gerüchte über eine Schliessung, eine Umnutzung oder einen Verkauf von St.Agnes gegenstandslos wurden. Wir sehen eine Zukunft für St.Agnes. Unabhängig davon aber muss demnächst entschieden werden, ob eine Reduktion der Gottesdienste am Wochenende aus verschiedensten Gründen nicht zwingend notwendig ist. Ein Sonntagsgottesdienst, an dem nur vier Personen teilnehmen, ist kein Sonntagsgottesdienst mehr.

Inwieweit betrifft die „Testplanung Süd“ auch unser Kirchenzentrum?

Orgel St. Agnes

Die politische Gemeinde Erlenbach hat uns erstmalig 2013 informiert und dann 2016 eingeladen, dass wir uns an den Planungsabsichten des Gemeinderates bezüglich des Grossprojekt „Erlenbach Süd“ beteiligen. Mit diesem Projekt soll das Gebiet um den Erlenbacher Hof neugestaltet werden. St. Agnes liegt mitten in diesem Projektgebiet. Wir haben damals die Erlaubnis gegeben, das Kirchenzentrum miteinzubeziehen. Uns hat die Frage interessiert, ob es alternativ zur bestehenden Situation auch ein visionäres Projekt geben könnte, welches die katholische Präsenz in Erlenbach in Zukunft sichert. So wurde die Idee eines neuen ökumenischen Zentrums formuliert. Inzwischen hat uns die reformierte Kirchgemeinde signalisiert, dass sie aufgrund ihrer eigenen unklaren Zukunftssituation diese Sache nicht mehr verfolgen kann.

Noch einmal zur Klarstellung: Jede Entscheidung im Blick auf unser Kirchenzentrum in Erlenbach, welches den jetzigen Status ändern würde, treffen natürlich ausschliesslich die katholischen Stimmbürger.

Matthias Westermann
Pfarreibeauftragter