Autor: Tiziana Ballabio

Die Gruppe von Erstkommunikanten

 

Am 7. Mai haben in unserer Pfarrei 47 Kinder die erste heilige Kommunion empfangen. Begleitet wurden sie an diesem grossen Tag von ihren Familien und Freunden und auch von den Katechetinnen, die sie auf dieses Ereignis vorbereitet haben. Die Kinder geben uns einen Einblick, wie sie diesen Tag erlebt haben und worauf die Vorfreude besonders gross war.

Strahlende Gesichter schon früh am Morgen

Es war ein grosser Tag! Die Kinder der Vormittagsgruppe mussten für den Gottesdienst schon früh am Morgen bereitstehen. Manche konnten den grossen Moment kaum noch abwarten. Als dann alle ihre weissen Kleider übergezogen hatten, wuchsen Nervosität und Aufregung, bis sie endlich gemeinsam in die Kirche einziehen durften.

 

„Ich freue mich total auf meine erste heilige Kommunion. Am meisten lege ich Wert darauf, dass ich mit Gott in Verbindung treten darf. Dann freue ich mich auf ein schönes Familienfest. Vor allem freue ich mich auf den Besuch meiner Tante, die ich sonst nur selten sehe.“ Anna

 

Auch für die Katechetinnen und Diakon Westermann war es ein grosser Tag. Lange hatten sie sich gemeinsam mit den Kindern und deren Eltern auf diesen Tag vorbereitet. Für Katechetin Elisabeth Braun gehörten gerade die vielen strahlenden Gesichter zu den Höhepunkten des Tages. Auch die Verbindung zu manchen Eltern und das Teilen deren Freude ist für sie unvergesslich.

„Berührend ist die Dankbarkeit der Eltern, die sie uns Katechetinnen gegenüber mit einem herzlichen Händedruck oder mit Blumen zum Ausdruck bringen.“ Elisabeth Braun, Katechetin

Ob von fern oder nah – die Familien fiebern mit!

Die Kinder haben den Gottesdienst mitgestaltet

Wenn Kinder die erste heilige Kommunion empfangen, ist die Anteilnahme bis in weite Ferne spürbar. Die Feier der Erstkommunion gehört immer noch zur kirchlichen Tradition. Dafür reisen Verwandte aus den USA, Holland, Italien oder Barcelona extra dafür an, und sind davon tief berührt.

„Mein Götti hat mir eben ein SMS geschickt, obwohl er in einem Land wohnt, in dem es jetzt etwa zwei Uhr morgens ist“ so ein Kind ganz ergriffen kurz vor Beginn der Feier. Die Tatsache, dass sein Götti an diesem Tag zur richtigen Zeit an es denkt und dafür sogar seinen Nachtschlaf unterbricht, zeigt die Verbundenheit.

Zudem konnte man sehen, dass die Erstkommunion Generationen miteinander verbindet. Kinder erzählen, dass Grosseltern genau auf ihren Erstkommuniontag wieder gesund geworden sind und an der Feier teilnehmen können. Sogar die demente Oma kann dabei sein. Andere Kinder erzählen von Grosseltern, die im Krankenhaus liegen, denen sie aber beim Empfang der heiligen Kommunion ihr besonderes Gebet versprochen haben.

„Ich wünsche meiner Enkelin und allen Kindern, dass sie berührt werden von Gottes Geist – und dass sie heute und immer wieder in ihrem Leben die tiefe Freude über Christi Gegenwart erfahren dürfen.“ Eine Grossmutter

Offensichtlich ist es gerade für Grosseltern ein wichtiger Tag, der eine versteckte Kraft aktivieren kann.

Für jedes Kind ein unvergesslicher Tag

Natürlich gehören an einem solchen Tag auch Geschenke dazu. Das freut viele Kinder ganz besonders. Schmuck, Kleidung, Spielsachen aber auch die Bibel sind beliebte Geschenke.

„Bei mir zu Hause stehen überall Pakete herum mit der Aufschrift „Für Solène zur ersten heiligen Kommunion“ oder „Tischdekoration für Solène“. Das ist so spannend und aufregend, weil ich all die Sachen erst am Erstkommuniontag öffnen darf.“ Solène

Der Gottesdienst

Auch die einheitliche Kleidung aller Kinder ist ein toller Anblick. Einige Jungs finden das Kleid ein wenig „peinlich“, andere dagegen nehmen es mit Humor.

„Ich freue mich auf den Weissen Sonntag, weil ich dann endlich zu Jesus und zu Gott gehöre. Die Anprobe des weissen Kleides hat mir besonders Spass gemacht, weil das Kleid so lange ist es gar nicht einfach ist, damit zu gehen.“ William.

Für die Kinder ist das Fest der Erstkommunion ein Ereignis, welches sie dem Erwachsenwerden ein wenig näher bringt. Fortan dürfen die Kinder auch bei den anderen Gottesdiensten die Eucharistie empfangen. Das macht auch manche Eltern stolz, wie uns eine Mutter preisgibt.

„Es ist für mich wichtig, dass mein Sohn auf die Erstkommunion vorbereitet wird. Er freut sich schon lange vor allem darauf, dass er künftig in der Eucharistiefeier nicht mehr als „klein“ angesehen wird, sondern wie die Erwachsenen das heilige Brot empfangen darf.“  Mutter eines Erstkommunionkindes

Auch Katechetin Gertrud Scherrer ist zufrieden, wie der Weisse Sonntag abgelaufen ist. Es war ein unvergesslicher Tag.

„Das Ziel haben wir erreicht – glückliche und zufriedene Kinder und Eltern. Die Kinder waren berührt von Gottes Gegenwart und ihr Ausdruck war ruhig und zufrieden.“ Gertrud Scherrer