Auch an einem guten Team muss gearbeitet werden

Teamtage in Quarten
Teamtage in Quarten

 

Gemeindemitglieder, die mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der katholischen Kirchgemeinde Küsnacht-Erlenbach zu tun haben, beschreiben dieses sowie das gesamte Team als harmonisch, respektvoll und engagiert. Man scheint füreinander da zu sein und gemeinsame Ziele vor Augen zu haben. Doch all dies kommt nicht von selbst. Für einen guten Teamgeist muss einiges getan werden. Pfarreibeauftragter Matthias Westermann gibt einen Einblick in die vergangenen Teamtage.

„Es braucht ein grosses Vertrauen, dass sich die Mitarbeitenden öffnen und von ihren Ängsten und Sorgen erzählen.“

Ausgelassene Stimmung an Teamtage
Gottesdienst unter freiem Himmel

Wenn unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gefragt werden, welche Unternehmung oder welche Massnahme am stärksten den positiven Geist und den Zusammenhalt in unserem Team gefördert hat, antworten die meisten: Es ist das jährliche gemeinsame Teamweekend in einem kirchlichen Bildungshaus irgendwo in der Schweiz. Ich selber stimme dem absolut zu und bin froh, dass dies in unserer Pfarrei möglich ist (und durch die Kirchenpflege und Kirchenstiftung auch finanziert wird) und dass der Weg, den wir vor genau zehn Jahren eingeschlagen haben, sich offensichtlich bewährt hat.

Am Anfang standen eine ganze Reihe von Ängsten, auf die sich Pfarrer Karl Wolf und ich einlassen mussten. Angst der Mitarbeiter vor dem Ungewohnten. Angst, vor den Kollegen und Kolleginnen oder gar den Vorgesetzten zu sehr sich öffnen zu müssen. Angst, vielleicht von den anderen kritisiert zu werden. Diese Ängste haben wir gesehen und daraufhin den Start dieser Unternehmung um ein Jahr verschoben. Als wir es ein Jahr später dann wagten zu realisieren, lösten sich alle Ängste fast in Luft auf. Was war passiert?

„Auch der Spass darf nicht fehlen.“

Ausgelassene Stimmung am Gottesdienst im Freien
Ausgelassene Stimmung am Gottesdienst im Freien

Die gemeinsamen Erfahrungen, die man durch die Reflexion der Arbeit zusammenfinden kann, hat den Gesinnungswandel auf erstaunlich rasche Weise bewirkt. Wie hilfreich es sein kann, den räumlichen Abstand zu suchen, um in einer angenehmen Umgebung auf neue Gedanken zu kommen, gemeinsam zu beten, zu singen und miteinander Gottesdienst zu feiern, und dies als Kraftquelle zu erfahren. Fast immer haben wir in all den Jahren bei der Gestaltung dieser Tage einen Dreiklang bewahrt. Wir wollen in diesen Tagen thematisch arbeiten, aber auch miteinander Spass haben und vor allem durch Gebet und Gottesdienst unseren Glauben feiern, um dem Ganzen auch ein Fundament zu geben.

Fast immer luden wir für die inhaltliche Arbeit einen Referenten oder eine Referentin ein, um eine kritische Aussenansicht zu erhalten. Das offene Wort wurde immer gepflegt und eingefordert. Gerade ein so lebendiges Pfarreileben wie das Unsere mit so vielen Aktivitäten und den unterschiedlichsten Menschen braucht hin und wieder einen Zwischenhalt, um neue Schwerpunkte zu setzen und selbstkritisch zu schauen, was wir leisten können und was nicht. Dabei ist es uns immer auch gelungen, neue Mitarbeiter zu integrieren und Rücksicht zu üben, wenn es bei dem einen oder anderen belastende Situationen oder familiäre Probleme gegeben hat.

„Mit unserer Stimmung können wir auch andere faszinieren“

All dies galt auch in diesem Jahr. Quartier hatten wir Ende August für zwei Tage und zwei Nächte im Schönstattzentrum Quarten bezogen. Ein Betonbau der 1970er Jahre, aber wunderschön hoch über dem Walensee gelegen, mit einer prächtigen Aussicht auf die gegenüberliegenden Churfirsten. Nach der Reflexion über das vergangene Jahr zeigte uns Stefan Ritz von der Jugendseelsorge Zürich auf, wie man auf spielerische Weise Entscheidungsprozesse gestalten kann. Das schöne Wetter machte nicht nur einen (kulinarischen) Ausflug in die Flumserberge möglich, sondern liess auch zu, dass wir den Abschlussgottesdienst bei traumhafter Abendstimmung auf einer Waldlichtung feiern konnten. Dies liess keinen und keine unberührt, auch die in der Nähe spielenden Kinder nicht, die neugierig dem wundersamen Geschehen zuschauten. Die berechtigte Hoffnung ist auch dieses Jahr gross, dass diese Tage positiv die Pfarreiarbeit beeinflussen.