2017 aus der Sicht der Kirchenpflege

Willy Bischofberger

 

Das neue Jahr hat soeben begonnen und wird in der Pfarrei St. Georg Neues und Vertrautes mit sich bringen. Pünktlich zum Jahresbeginn beantwortet der Präsident der Kirchenpflege Willy Bischofberger wichtige Fragen zu verschiedenen Themen, die in diesem Jahr in unserer Kirchgemeinde auf der Traktandenliste stehen.

Die siebenköpfige Kirchenpflege trifft wichtige Entscheidungen

Herr Bischofberger, Sie sind nun seit bald 6 Jahren Kirchenpflegepräsident. Welche Aufgaben sind damit verbunden?

Ich leite die siebenköpfige Kirchenpflege mit ihren verschiedenen Ressorts und die Kirchgemeindeversammlung. Zu dieser Leitung gehört die Festlegung der lang- und mittelfristigen Ziele sowie deren Umsetzung und Kontrolle. Ziele sind unter anderem, gutes Personal zu haben und immer wieder zu gewinnen, aber auch den Steuersatz auf einem tiefen Niveau stabil zu halten. Zur Leitung gehört aber auch der Austausch mit der Pfarreileitung, dem Pfarreirat, den Stiftungen, der Kantonalkirche, den Nachbarpfarreien im Hinblick auf einen künftigen Seelsorgeraum sowie mit den reformierten Kirchgemeinden.

Wer gehört alles zum siebenköpfigen Team der Kirchenpflege und welches sind die Hauptaufgaben?

Die sieben Ressorts werden geleitet durch Louis Grosjean (Finanzen), Dorothea Hinden (Personal und Finanzadministration), Hanspeter Triet (Liegenschaften Küsnacht), Marc Haltiner (Liegenschaft Erlenbach), Daniel Franzen (Jugend) sowie Romina Vannozzi (Aktuariat ). Die Kirchenpflege ist im Wesentlichen verantwortlich für die Personalbesetzung und die Budgetplanung und -einhaltung innerhalb der Pfarrei. Sie ist explizit nicht zuständig für die inhaltliche Ausgestaltung des Pfarreilebens und des Pfarreiprogramms. Das ist Aufgabe des Seelsorgeteams unter Beratung des Pfarreirats.

Kürzlich fand die Kirchgemeindeversammlung statt. Welche Hauptthemen wurden dort angesprochen?

Das waren die folgenden vier Themen: Die Verabschiedung des Budget 2017, die Beibehaltung des Steuerfusses für 2017 auf 9%, die geplante Aussenrenovation der Kirche St.Georg sowie die Information über die langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten in Erlenbach.

Viele neue Projekte werden das Jahr 2017 prägen

Welche neuen Projekte sind für das Jahr 2017 geplant?

Es gibt drei wesentliche Projekte, die im Kalenderjahr 2017 im Vordergrund stehen werden. Zum einen ist es die Aussenrenovation der Kirche St.Georg. Die Neubesetzung der Stelle unseres Kirchenmusikers war in den letzten Wochen ausserdem eine grosse und zeitintensive Herausforderung. Nicht zuletzt auch die laufende Diskussion um eine neue Schwerpunktsetzung in der Pastoral, welche eventuell mit einer zusätzlichen Stelle im Bereich der Seelsorge einhergeht. Dies auch im Zusammenhang mit dem kirchlichen Leben in Erlenbach, welches schon seit einiger Zeit vor allem im gottesdienstlichen Bereich eine besondere Herausforderung für unsere Seelsorger ist.

Sie haben die langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten in Erlenbach angesprochen. Wird dies ebenfalls zu den Hauptthemen 2017 gehören?

Das gehört eher zur Langfristplanung als zu den Projekten 2017. Eine wichtige langfristige Weichenstellung, die wir uns zusammen mit der ganzen Pfarrei sehr gut überlegen müssen, ist die Frage, wie es weitergehen soll mit dem Kirchenzentrum St.Agnes. Die Gemeinde Erlenbach prüft momentan, wie eine erneuerte Zentrumsgestaltung aussehen könnte. Wir waren einverstanden, dass verschiedene Varianten geprüft werden, bis hin zur Vision eines möglichen ökumenischen Kirchenzentrums. Unser Wunsch ist natürlich, das katholische Leben in Erlenbach zum Blühen zu bringen, in welcher Form auch immer das in Zukunft möglich ist. Das wird die Diskussion in den kommenden Jahren zeigen.

Küsnacht hat den zweittiefsten Steuerfluss aller Gemeinden

Willy Bischofberger

Die Kirchenpflege ist zuständig für die Finanzen der Kirchengemeinde. Wodurch werden die Kirchenpflege sowie auch all die vielen Projekte in der Pfarrei St.Georg finanziert?

Die Mitglieder der Kirchenpflege werden durch ein bescheidenes Sitzungsgeld entschädigt. Die Motivation der einzelnen Mitglieder liegt eher im Engagement für eine sinnvolle Sache und in der Bereitschaft, der Kirchgemeinde etwas zurückzugeben, wovon man selber einmal profitieren konnte oder immer noch profitiert. Das Pfarreileben wird primär durch Steuereinnahmen finanziert (90% Kirchensteuern von Privaten, 10% von Firmen). 30% dieser Einnahmen werden zur Finanzierung der Kantonalkirche und den Finanzausgleich für ärmere Pfarreien des Kantons verwendet. Mit den restlichen 70% finanzieren wir im Wesentlichen das Personal und die Gebäude. Unsere Pfarrei kann glücklicherweise auf sehr viel Freiwilligenarbeit zurückgreifen. Ansonsten würden die Personalkosten das Budget sprengen.

Die Gemeinde Küsnacht hat also trotz ihrer vielfältigen Projekte in der Kirche einen relativ tiefen Steuersatz?

Ja. Dieser liegt seit vielen Jahren auf stabilen 9%, dem zweittiefsten Steuersatz der 75 katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zürich. Grundsätzlich liegen die Steuersätze zwischen 8% und 15%. 9% bedeutet im Schnitt 246.- pro Jahr und Steuerpflichtigen. Ein relativ tiefer Preis im Vergleich zum attraktiven Angebot unserer Pfarrei.

„Personalwechsel können eine Weiterentwicklung vorantreiben“

Sie haben es gerade angesprochen. Die Pfarrei St.Georg hat sehr viel Personal, welches relativ wenig Wechsel aufweist. Es ist also grundsätzlich sehr stabil. Ist es ein gutes und verlässliches Team?

Wir haben in der Tat eine gute stabile Pfarreileitung mit Pfarrer Karl Wolf und Diakon Matthias Westermann sowie viele Mitarbeitende, die ihren Dienst absolut zuverlässig leisten. Von den 20 Angestellten haben wir in meiner sechsjährigen Amtszeit acht neue Personen eingestellt, meist weil Stellen infolge Pensionierung frei wurden. Dies entspricht einer gesunden Fluktuation von ca. 5% pro Jahr.

Andreas Gut wurde kürzlich zum Domkapellmeister in St. Gallen befördert. Eine solche Stelle neu zu besetzen ist bestimmt nicht ganz einfach. Ist seine Stelle in der Pfarrei bereits neu besetzt?

Wenn man die besten Leute will, ist es immer schwierig sie zu finden. Wir können jedoch nun stolz verkünden, dass die Stelle durch einen qualifizierten und erfahrenen Kantor und Organisten besetzt wird. Er lebt zurzeit noch in England, wird jedoch ab Mai 2017 die 100% Stelle antreten. Davor wird er übergangsweise zwischen 20% und 50% bereits in unserer Kirchgemeinde arbeiten.

„Unsere schöne Kirche wird ein Gerüst bekommen“

Wandvorsprung

Für das Jahr 2017 sind Bauarbeiten an der Kirche geplant. Was wird alles gemacht und wie lange wird der Umbau bzw. die Renovation dauern?

Die Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt ist sinnvoll, damit die dauernd wetterbedingte Abnützung der Bauteile repariert und diese langfristig wieder ihre Funktion übernehmen können. So kann vermieden werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt sehr grosse Kosten auf einen Schlag entstehen. Zur Sanierung gehört die Reparatur des Fassadenverputz, die Natursteinarbeiten, Taubenschutz, Aussenschutzverglasung, Bleiverglasung, Spenglerarbeiten, ein neuer Blitzschutz, Steildacharbeiten, Malerarbeiten und eine Aussenbeleuchtung für den Turm. Die ganze Kirche wird voraussichtlich nach Ostern für die Renovation eingerüstet werden.

Im November erschien der erste eNewsletter der Pfarrei. Welche Ziele verfolgt die regelmässige Publikation des Newsletters?

Wir wollen damit möglichst viele der 5000 Kirchgemeindemitglieder in Küsnacht und Erlenbach monatlich über unser Pfarreileben informieren, und zwar schneller, direkter, günstiger, interaktiver und moderner als dies mit unseren heutigen Publikationsorganen der Fall ist. Gleichzeitig könnte dies ein wichtiges Messinstrument über die Breitenwirkung unserer pfarreilichen Tätigkeiten sein. Wieviel Prozent der 5000 zahlenden Kirchgemeindemitglieder sind an unseren Tätigkeiten in irgendeiner Form interessiert und abonnieren daher unseren eNewsletter? Ich hoffe, dass wir schnell auf 1000-5000 Abonnenten kommen werden. Der Newsletter ist gratis und kann auf unserer Website bestellt werden.

„Das Engagement in unserer Kirchengemeinde ist unglaublich“

Fühlen Sie sich in dieser Gemeinde bzw. in dieser Pfarrei wohl und welche Verbesserungen wären noch möglich?

Ich fühle mich sehr wohl – die wohlwollende Art wie man miteinander umgeht und das Engagement welches Jeder an seiner Stelle in seine Arbeit steckt ist ansteckend. Mögliche Verbesserungen gibt es immer: derzeit sind das aus meiner Sicht die stärkere Breitenwirkung, Oberstufenkatechese, Altersheimbetreuung, Ökumene, Freiwilligenarbeit, „auf die Strasse gehen“ wie dies unser Papst Franziskus ebenfalls vorlebt sowie „Wunden heilen und Herzen erwärmen“.

Sind Sie stolz Präsident dieser Kirchengemeinde sein zu dürfen und was ist für Sie persönlich das Schönste unserer Pfarrei?

Der Präsident ist nicht so wichtig. Aber sehr stolz bin ich auf die Arbeit die in unserer Pfarrei geleistet wird. Châpeau! Die Menschen, die Gemeinschaft, die Inspiration aus den Gottesdiensten, sowie die gelebten Werte wie Wohlwollen, Engagement, Respekt und Achtung gehört für mich zum Schönsten unserer Pfarrei.

Was wünschen Sie sich als Kirchenpflegepräsident für die Zukunft der Pfarrei?

Eine berstende Kirche, die aus den Nähten platzt, sodass wir die Gottesdienste auf Video übertragen müssen. Das ist ja bereits einmal geschehen!

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für die Beantwortung meiner Fragen genommen haben. Für das Jahr 2017 wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg und schöne Momente als Kirchenpflegepräsident unserer Gemeinde.

Ihre Redaktorin Tiziana Ballabio